Film Makers' Journey


Auf einen Blick

Abschnitt 1: Die Vorproduktion


Etwas genauer bitte!

Von der Idee zum Film:

  • Erstellt der Auftraggeber
  • um den Auftraggeber zu instruiieren und zu informieren
  • In der Praxis häufig eine Herausforderung für Auftraggeber
  • Die Mutter (nicht nur) des Films.
  • Untrennbar mit dem Endprodukt verbunden.
  • Beschreibung des Vorhabens auf 2 - 4 Seiten
  • Gibt Auskunft über Details
  • Ist Grundlage für die Suche eines Produzenten oder Senders

  • Die Vorstufe zum Drehbuch
  • Stellt die die gestalterischen Aspekte zusammen
  • Ohne die Bilder im Detail festzulegen
  • Das "wie", die Bildsprache
  • Auch Look & Feel genannt
  • Finale schriftliche Produktionsgrunlage
  • Beinhaltet alles was am Set eine Rolle spielt im Detail
  • Kameraeinstellungen, Dialoge etc.

Kurz gesagt:

Hier geht es um alles, was zwischen Idee und dem Starten der Kamera geschehen muss oder sollte.


Im Detail

Klarheit ist eine wichtige Voraussetzung bei einer Auftragsproduktion. Das Briefing kann die Idee beinhalten - muss aber nicht. Oft ist man froh, wenn man als Auftragsproduzent überhaupt ein aussagekräftiges Briefing bekommt. Tipp: Einfordern! Oder selbst schreiben und vom Auftraggeber unterschreiben lassen. Das ist später wichtig, um Folgeschritte möglichst objektiv am Auftrag entlangführen zu können. Machbar ist schließlich (fast) alles - die Frage ist, in welcher Zeit, von wem und wer es bezahlt.

 

Hand aufs Herz 

Wir alle haben Ideen. Manche viele, manche wenige. Manche gute, manche weniger gute. Aber werden diese Ideen realisiert? Bleiben sie nicht meist in unserer Köpfen?

Hier geht es um gute Ideen. Genauer gesagt: Ideen, die geeignet sind, ein Publikum zu interessieren, zu fesseln, zu bewegen UND oft gleichzeitig den Zielen des Auftraggebers Rechnung tragen. Sie müssen filmisch umsetzbar sein. Und innerhalb meist eng gesetzter zeitlicher und finanzieller Rahmenbedingungen. Glückwunsch also für jede Idee an jeden Ideengeber! Zwar ist die Idee mit dem Film untrennbar verbunden - gleichzeitig hat sich mit den meisten filmischen Gewerken nur so viel zu tun, dass es gilt sich im Rahmen der fachlichen Kompetenzen umzusetzen. "Gebären" muss die Idee nur einer. Frage ist wer?

Tipps zur Ideenfindung

  • Analogien
  • Investigation
  • Wahre Geschichten erzählen
  • Was-wäre-wenn
  • Filmische Versinnbildlichung
  • Voerher-Nachher-Betrachtung
  • Tagebuchform
  • Rankingprinzip
  • Paradoxe Aussagen
  • Presentermoderation
  • Blick ins Innere

Quelle: "Unternehmensfilme drehen" von Wolfgang Lanzenberger u. Michael Müller, UVK Verlagsgesellschaft

Baupläne für Unternehmensfilme und Dramaturgie

  • Aristoteles
  • Einen guten Anfang finden
  • Die Ankunft des Teams
  • Die dramaturgische Szene
  • Die diffuse Ahnung
  • Die Prognose
  • Die goldene Mitte
  • Ein gutes Ende finden
  • Zusammenfassung
  • Höhepunkt und Auflösung
  • Transfer in die Welt der Zielgruppe
  • Narrative Dramaturgien
  • Unser Gehirn liebt Geschichten
  • Die Kunst des Mitfieberns
  • Eine gute Geschichte
  • Die Heldenreise
  • Die Heldenreise des Unternehmens
  • Deskriptive Dramaturgien
  • Der Dreischnitt Anfang - Mitte - Ende
  • Klarheit von Anfang an
  • Versprechen einlösen mit kleinen Überraschungen
  • Ein gutes Gefühl hinterlassen

Besser nicht

  • Serielle Dramaturgien
  • Bulletpoint Dramaturgie

Quelle: "Unternehmensfilme drehen" von Wolfgang Lanzenberger u. Michael Müller, UVK Verlagsgesellschaft

Hinweis aus gegebenem Anlass

Wege zum Ziel gibt es bekanntlich viele. Der Weg beginnt mit dem ersten Schritt und führt über viele Verzweigungen und vielleicht den einen oder anderen Irrweg oder Umweg.

 

Meine hier dargelegten Gedanken dienen der Strukturierung eines spannenden und vielleicht unendlichen Themas. Hier greife ich zurück auf Ausbildung, jahrelange Praxiserfahrung und einschlägige Fachliteratur.

 

Mir kommt es dabei mehr auf den praktischen Bezug an als auf die Vermittlung von Schulwissen oder der reinen Lehre. Fokus ist der Unternehmensfilm. Auch dieses (wenn man es so bezeichnen mag) Genre ist weit verzweigt. Die Komplexitäten beginnen bei O-Tönen oder Vortragsaufzeichnungen und enden bei Image- oder Werbefilmen.

 

Dort wo ich Inhalte wenige verändert und stichpunktartig wiedergegeben habe, nenne ich die Quelle so dass jeder sein Wissen auf dieser Basis gerne erweitern kann. In meinen geplanten Kursen, Seminaren und Workshops greife ich ebenfalls hierauf zurück.

 

Dies sei an dieser Stelle angemerkt, denn der Abschnitt der Vorproduktion ist hier noch lange nicht zu Ende! Das Buch "Unternehmensfilme drehen" kommt ab Seite 119 auf den Punkt Dreharbeiten. Bis dorthin geht es um Themen, die ich unter dem Begriff Vorproduktion zusammen fasse. Insgesamt hat das Buch rund 290 Seiten (Kaufempfehlung).

Konzept: Ist ein geeignetes Format (ca. 2 - 4 Seiten) um eine filmische Idee "zu verkaufen". Es gibt auskunft über Thema, Idee, Zielgruppe, Herstellungsabläufe, Filmlänge, technische Realisierung, Anzahl voraussichtlicher Drehtage, Kurzbeschreibung der Drehorte, Nennung benötigter Akteure vor der Kamera sowie Informationen für eine erste Kostenschätzung.

 

 

 Treatment: Ist die Grundlage um filmische Komponenten wie Idee, Inhalte, Filmablauf relativ genau abzustimmen. Das Treatment unterscheidet sich vom Drehbuch insbesondere dadurch, dass in dieser Vorstufe noch nicht jede konkrete Bildidee vollständig konzipiert ist und Sprechtexte (O-Töne oder aus dem Off) noch nicht Wort für Wort formuliert sind. Damit ist ein Treatment eine vertiefte Stufe eines Exposés, welches die Filmidee nochmals kürzer zusammenfasst und vor dem Konzept verankert werden kann. Letztlich gilt es einzuschätzen, wie viele Stufen vor der eigentlichen Produktion nötig sind. Meine Empfehlung: je größer das Vorhaben, desto umfangreicher die Vorarbeit. Ziel ist es, vor kaufmännischem Hintergrund gestalterische Transparenz zwischen allen Beteiligten herzustellen. Oft ein Kunststück.

 

 

Stil: Das bishergesagte bezieht sich im engen und weiteren Sinne auf den Filminhalt. Nicht aber auf Details der Gestaltung, ein Teil des "wie". Oft auch Look & Feel genannt. Wie nah geht die Kamera an einen Protagonisten heran? Aus welcher Perspektive. Finale Klarheit verschafft hier das Drehbuch. Aber zuvor sollte man eine Einschätzung finden, welcher Bild- und Erzählstil zum Vorhaben passt.

 

 

Drehbuch: Ist die weitere schriftliche und finale Ausbaustufe der zuvor genannten Schritte. Es beinhaltet die Dialoge, Akteure, Kamerapositionen, Einstellungen, Szenenlänge etc. etc. Es dient der Schritt-für-Schritt-Abarbeitung durch alle Beteiligten am Set. Auch hier gilt: der Umfang sollte dem Vorhaben angemessen sein.

 


Exkurs

 

Differenziere eigene Produktionen und Auftragsproduktionen!

  • Überlege, ob Du Deine eigene Idee verfilmen möchteste oder für einen Auftraggeber arbeitest
  • Wenn Du Deine eigene Idee verwirklichen möchtest, kannst Du Dir das Briefing natürlich sparen - denn dieses gibst Du Dir praktisch selbst
  • Wenn Du für einen Auftraggeber arbeitest, mache Dir bewusst ob es sich um einen "Film-Profi" handelt oder nicht.

Du bist der Chef!

Hier hältst Du die Fäden in der Hand. Von der Idee über die Produktion bis zur Veröffentlichung. Natürlich kannst Du Deine Idee zu verschiedenen Zeitpunkten an einen Sender oder eine Produktion verkaufen. Danach ändern sich die "Spielregeln" abhängig davon, mit wem Du was verhandelst.

Du hast einen Chef!

Hier will ein Auftraggeber einen Film für seine Zwecke erstellen lassen und gibt die gesamte Herstellung oder Teile davon an einen Auftragnehmer ab. Für den Auftragnehmer ist es wichtig, den Auftrag genau zu verstehen und abzugrenzen was Teil des Auftrags ist und was nicht. 


Der Filmprofi weiß genau was er will. Er kommt aus der Branche und kauft Leistungen gezielt ein. Ein Redakteur sucht sich ein Kamerateam. Ein Marketingprofi sucht eine Kreativagentur, die ihm von der Idee bis zum fertigen Film alles liefert. Diese wiederum beauftragt eine Filmproduktion mit der Umsetzung der Agenturidee.

Der Nicht-Profi weiß sicher auch was er will. Aber das auf einer höheren Ebene, die oft den Klarheitsanspruch der filmischen Umsetzung nicht erfüllt. Dies ist - je nach Auftraggeber - Chance und (im schlimmsten Fall existenzbedrohendes) Risiko zugleich!



Quellen:

Anlehnung an das Buch "Unternehmensfilme drehen - Business Movies im digitalen Zeitalter" (UVK Verlag, Wolfgang Lanzenberger, Michael Müller)

Disclaimer:

Die Inhalte basieren auf meinen Erfahrungen und sind nach bestem Wissen und Gewissen wieder gegeben. Ich erhebe weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Richtigkeit. Texte, Hinweise und Links sollen Hilfestellungen bieten, werden aber nicht auf Richtigkeit oder Vollständigkeit überprüft. Zur Sicherheit sollten für jedes Gewerk oder rechtliche Fragen Spezialisten bzw.  Juristen hinzugezogen werden.