Wie kann ich Filme ohne Kosten produzieren?

Geht nicht gibt's nicht. Viele Menschen auch im Unternehmensumfeld scheinen zu glauben oder propagieren, dass man Filme ohne Kosten produzieren kann. Irren sie sich? Nein! Jeder der ein Smartphone hat, kann Filme machen. Das verspricht die Industrie, viele glauben es und so ist es auch!

Und so machst Du Filme völlig kostenlos:

  1. Überlege Dir wer Deine Filme sehen soll
  2. Überlege Dir, was Dein Film vermittel und wie er aussehen  soll
  3. Nehme Dein Smartphone und stelle sicher, dass Du genügend freien Speicher hast
  4. Halte Dein Smartphone auf das zu filmende Motiv, stelle sicher, dass dieses (Dein Motiv, was immer es auch ist) das tut, was Du im Film später gerne sehen möchtest
  5.  Starte die Aufnahmen (und beende sie, wenn Du Deine Szene fertig aufgenommen hast)

Glückwunsch!

So (oder so ähnlich, ich war damals ja nicht dabei) begannen die Brüder Lumière im Jahr 1895 mit dem Filmemachen. Sieh Dir deren Werk an und Du bist nicht nur in das Filmemachen eingestiegen sondern auch in die Spannende Geschichte des Films!

Nun, es kann sein, dass Du damit nicht zufrieden bist. Schließlich willst Du vielleicht mehr. Dann mache einfach weiter:

  1. Wiederhole die oben genannten Schritte 4. und 5. so lange und oft bist Du alle Aufnahmen gefilmt hast, die (gemäß der Punkte 1. und 2.) Dein Publikm sehen möchte!
  2. Wenn Dein Film aus mehr als eine Szene (also anders als die Brüder Lumière) bestehen soll, dann wirst Du nicht umhinkommen entweder genau so zu filmen, wie man das später sehen soll (was nicht einfach ist) oder Deine Aufnahmen zu schneiden.
  3. Damit bist Du bei der Postproduktion. Lade Dir dazu eine geeignete App aus dem Appstore (z. B. iMovie für iPhones) auf Dein Smartphone!
  4. Um Deine Aufnahmen schneiden zu können, musst Du sie zunächst in die App (das Schnittprogramm) laden.
  5. Nun kannst Du die zu verwendenden Aufnahmen schneiden und montieren. Schneiden bedeutet, dass Du entfernst, was später nicht im Film zu sehen sein soll. Meist sind das die ersten und letzten Sekunden oder ganze "Takes" (Aufnahmen).
  6. Montieren ist das Herzstück des Schnitts (genauer gesagt der Postproduktion). Hier entsteht der Film, die Story, die Dramaturgie. Das hat schon ein wenig bis sehr sehr viel mit Kunst zu tun. Neben den Aufnahmen selbst wird hier das Fundament gelegt, ob und wie der Film nachher ankommt.
  7. Wenn Dein Film nicht nur Originalton enthalten soll, kannst Du hier Geräusche, Musik oder Kommentare hinzufügen. Achte bei fremden Quellen (z. B. Musik) darauf, dass Du keine Rechte brichst und nur Musik verwendest, für die Du die entsprechenden Rechte hast!
  8. Wenn Dein Film fertig geschnitten, montiert und vertont ist, spiele ihn in das Format aus, in dem Du den Film mit anderen teilen möchtest! Die Originalaufnahmen kannst Du dann löschen sofern Du sie nicht mehr brauchst. Um den Film zu zeigen, sind sie nicht nötig.

Glückwunsch!

Jetzt hast Du Deinen ersten Film erstellt! So wird das auch vor gut 100 Jahren gewesen sein, als Georges Méliès seinen Film "Voyage dans la lune - a Trip to the Moon" produzierte und stolz präsentierte.

Noch ein paar hilfreiche Tipps für Deine Filme:

  1. Smartphones sind sehr leicht und wackeln daher leicht. Verwende ein Stativ oder ein anderes Stabilisierungssystem (z. B. Gimbal).
  2. Achte auf die Schärfe! Schärfeziehen und beibehalten kann mit dem Smartphone allerdings eine Herausforderung sein.
  3. Achte auf eine gute Belichtung! Der alte Spruche "Sonne in Deinem Rücken, Bild wird glücken" hilft! Gegenlichtaufnahmen mit dem Smartphone sind eher schwierig.
  4. Bei Kunstlicht kann es zu Problemen (flackernde Bilder) kommen!
  5. Smartphones nehmen meist in 30p (30fps /  Bilder pro Sekunde auf). In Deutschland (und anderen europäischen Ländern) wird meist in 25p (25fps / Bilder in der Sekunde) produziert - das ist von den meisten Smartphoneherstellern aber ignoriert. Solgange Du Dein Material nicht mit anderem Material, das z. B. mit einer Videokamera aufgenommen wurde, mischen möchtest, solltest Du keine Probleme haben.
  6. Beim Filmen (ähnlich dem Fotografieren) und Verbreiten von Bildern solltest Du immer darauf achten, keine Rechte zu verletzten. Das können Markenrechte, Persönlichkeitsrechte etc. sein. Ein guter Ratgeber ist das Kunsturheberrecht oder die DSGVO.
  7. Wenn Du an Grenzen stößt, verzweifle nicht! Filme machen war jahrzehntelang Profis aus TV und Kino vorbehalten und verlangt eine Vielzahl verschiedenster Fähigkeiten. Je nach eigenem Anspruch und Zielpublikum können meine (oder andere) Seminare und Coachings eine wertvolle Grundlage bieten.

Disclaimer:

Die Inhalte basieren auf meinen Erfahrungen und sind nach bestem Wissen und Gewissen wieder gegeben. Ich erhebe weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Richtigkeit. Texte, Hinweise und Links sollen Hilfestellungen bieten, werden aber nicht auf Richtigkeit oder Vollständigkeit überprüft. Zur Sicherheit sollten für jedes Gewerk oder rechtliche Fragen Spezialisten bzw.  Juristen hinzugezogen werden.